Ausgewogen gewinnen

Extreme Verhältnisse

 

In vielen Berufsfeldern, Unternehmen oder auch einzelnen Abteilungen sind entweder fast nur Frauen oder Männer vertreten. Extremismus ist in allen Bereichen schädlich. Schauen wir uns beispielsweise die Ernährung an. Sie kennen sicher Menschen, die ohne Sinn und Verstand alles in sich reinstopfen. Und auch die Menschen, die sich gefühlt von einem Salatblatt pro Tag ernähren. Links- und Rechtsextremismus, Dürre und Überschwemmungen sowie übermäßige Intro- oder Extrovertiertheit zeigen ebenfalls, dass die Konzentration auf einen der beiden Pole Probleme hervorbringt.  

 

Das Unternehmen als Mauer

 

Ein Unternehmen lässt sich gut mit einer Mauer vergleichen, welche man stabil möglichst hoch ziehen möchte.

 

Männer stellen hierbei die Steine dar, sie sind stabil und geben Struktur. Frauen hingegen sind der Mörtel, der alles umfasst, verbindet und zusammenhält. Dies ist wie im Alltag, Frauen halten die Familien zusammen, organisieren, leiten Informationen weiter, passen sich den aktuellen Gegebenheiten an. Stell dir mal ein Weihnachten vor, bei dem die Geschenke nur von Männern organisiert werden. Wahrscheinlich eine ziemlich traurige Angelegenheit.

 

Die Basis der Mauer, quasi die Administration, ist häufig ausgeglichen. Es herrscht eine Balance zwischen Steinen und Mörtel, das Fundament ist somit stabil. Das braucht es auch, damit die Mauer lange stehen bleibt. In Krisenzeiten sind Unternehmen mehr denn je auf die Operative angewiesen, den Kundenservice, das Callcenter, die Qualitätssicherung, die Logistik, um Lösungen umzusetzen.

 

Im mittleren Bereich sind bereits mehr Steine als Mörtel vorhanden, die Mauer ist meist jedoch immer noch recht robust. Frauen trauen sich ins Management oder ihnen werden die ersten Führungsrollen zugetraut. Auch Männer bahnen sich ihren Weg nach oben.

 

Je höher die Mauer reicht, desto mehr Steine liegen ohne Mörtel, also quasi Geschäftsführungen oder Vorstände mit ca. 10% Frauenanteil. Das verbindende Element fehlt, die Steine liegen instabil, reiben aufeinander oder rutschen ab. Kurzum, es mangelt an Empathie und Zusammenhalt. Gerade in Zeiten von Umstrukturierungen wird dies deutlich. Männer sind häufig stark im „was“ – welche neuen Ziele und Konsequenzen müssen kommuniziert werden. Frauen hingegen sind Meister im „wie“ – werden die Betroffenen gewürdigt und aufgefangen. Einfühlsamkeit in der Kommunikation macht häufig den entscheidenden Unterschied.

 

Wie hoch könnte deine Mauer reichen, wenn das obere Drittel gut gefestigt, ausgeglichen und widerstandsfähig wäre?